4. Goldener Orwell für FOCUS Online

Was bekommt man als amerikanischer Filmemacher, wenn man einen extrem kritischen Film gegen die eigene Regierung macht? Einen Oscar, viel Erfolg, Applaus und schlimmstenfalls ein paar Buh-Rufe! Was würde geschehen, wenn heraus käme, dass dieser Film nicht nur im Kino und Fernsehen zu sehen ist, sondern manchmal auch bei der New Yorker Polizei geschaut wird – und das auch noch während der Ausbildung? Nichts wäre los! Keine ernstzunehmende Zeitung würde Michael Moore einen Hassprediger nennen und behaupten, er produziere Amerika-Hass-Videos, nur weil er es wagt, sich in seinen Filmen ausschließlich auf die schlechten Seiten Amerikas zu konzentrieren. Die paar Leute, die Michael Moore einen „Vaterlandsverräter“ nennen, weil er es wagt, von seinem verfassungsmäßig garantierten Recht auf freie Meinungsäußerung Gebrauch zu machen und Teile der Vereinigten Staaten von Amerika massiv kritisiert, wie die Regierung, die Wirtschaft, die Waffenlobby und die Pharmaindustrie, sind so in der Minderheit, dass es sogar ein unpatriotischer Akt ist, Michael Moore einen schlechten Amerikaner zu nennen.

Was aber geschieht mit einem muslimischen Filmemacher, wenn er einen extrem kritischen Film gegen die eigene Religion macht? Er bekommt Todesdrohungen und lebt gefährlich! Was würde geschehen, wenn heraus käme, dass dieser Film nicht nur im Kino und im Fernsehen zu sehen ist, sondern auch bei der New Yorker Polizei geschaut wird – und das auch noch während der Ausbildung? Die New Yorker Polizei bekäme wütende Briefe von beleidigten Muslimen und der Erzähler des Filmes sähe sich den Vorwurf ausgesetzt, ein schlechter Muslim zu sein, weil er es wagt, sich auf die schlechten Seiten des Islams zu konzentrieren!

Das deutsche Magazin FOCUS Online geht sogar so weit und nennt den Film „The Third Jihad“ ein „Islam-Hass-Video“. Das Magazin FOCUS Online, das noch nicht auf die Idee gekommen ist zu behaupten, Michael Moore hätte Amerika-Hass-Filme produziert, weil er sich auf die Probleme der USA fokussiert und Uta Ranke-Heinemann hätte mit „Eunuchen für das Himmelreich“ ein Christen-Hass-Buch geschrieben, weil sie sich radikal auf das Problem der Sexualfeindlichkeit innerhalb der katholischen Kirche konzentriert, nennt den Film „The Third Jihad“ ein Islam-Hass-Video und macht somit aus dem Erzähler des Film, Zuhid Jasser, einen Hassprediger, weil er es wagt, sich auf die Probleme seiner eigenen Religion zu konzentrieren.

Mit dieser Sprache bedient sich FOCUS Online ungeniert der Rhetorik der Radikalislamisten, die jede Kritik an den Islam und jede Fokussierung auf die Probleme der Religionsgemeinschaft als unmuslimische Tat brandmarken. FOCUS Online behauptet daduch, dass nur die absolute Unterwerfung unter alle Prinzipien des Korans eines guten Muslims würdig ist. Dies ist nun aber genau die Sprache der radikalen Fundamentalisten.

Tapfer im Nirgendwo verleiht daher den 4. Goldenen Orwell an FOCUS Online für folgende Schlagzeile: „New York bildete Polizei mit Islam-Hass-Video aus“.

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Choleriker und Giftschlange

Bild von Antonio Ruiz Tamayo

„Für Gerd Buurmann ist der Jago eine Paraderolle, die er – abwechselnd wie Bugs Bunny eine Möhre schmauchend und maliziös Mini-Dickmanns verschlingend – genüsslich zwischen getriebenem Psychopaten, vermeintlichen Hofnarren und Giftschlange anlegt.“

So steht es heute im Kölner Stadtanzeiger. Die Inszenierung hat der Kritikerin Jessica Düster wohl gefallen, denn sie schreibt ebenfalls:

„Burkhard Schmiester inszeniert das Gastspiel seines Severins-Burg-Ensembles im Kölner Metropol-Theater wie eine Montage aus Verhören mit den drei Hauptbeteiligten und Rückblenden auf den Verlauf der fatalen Ereignisse. Das Konzept funktioniert gut und strafft Shakespeares Tragödie auf flotte anderthalb Stunden.“

Aber auch die Titelfigur hat es der Kritikerin angetan:

„Thorsten-Kai Botenbender gibt den Othello als rasenden Choleriker, beeindruckt aber am meisten in den besonnenen „Geständnis“-Passagen.“

Die Kölnische Rundschau weiß auch Interessantes über diese Inszenierung zu berichten. Rolf-R. Hamacher schreibt:

Nicht immer weiß man, wo die Tragik aufhört und der (makabere) Humor beginnt.“

Er macht dafür überwiegend den „diabolischen Charme von Gerd Buurmann“ verantwortlich. Der Kritiker sagt, ich wandele „oft auf dem schmalen Grat zwischen perfektem Komik-Timing und Übertreibung“, womit ich die „Eigenwilligkeit der Inszenierung“ tragen würde.

Ich bedanke mich natürlich für die Blumen, möchte aber hinzufügen, dass dieses Stück von acht Armen getragen wird. Jeweils zwei gehören Janett Bobel, Thorsten-Kai Botenbender, Burkhard Schmiester und mir. Hinzu kommt noch das Auge von Antonio Ruiz Tamayo.

Ich liebe es, in diesem Team zu spielen und lade alle Leserinnen und Leser ein, „Othello“ im Metropol-Theater zu besuchen. Aber Vorsicht: „Othello“ läuft zeitgleich auch im Theater der Keller, wer sich dorthin verliert, wird weder mich, noch den Rest des Ensembles finden! Für mich gehen Sie lieber hier hin:

Metropol Theater
Eifelstr. 33
50677 Köln
Kartenreservierung: 0221 – 32 17 92

Die Termine für „Othello“:

26. / 27. Januar 2012 und
2. / 3. / 4. / 8. / 9. / 10. Februar 2012 um 20 Uhr;

22. Januar und 5. Februar 2012 um 18 Uhr;

28. Januar und 11. Februar 2012 um 22 Uhr

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Liebe Vergangenheitsbewältiger,

hier stehe ich, Euer Sohn! Ich habe in meiner Schulzeit jeden 9. November mit dem Schulchor vor dem Gedenkstein in meinem Heimatdorf gesungen, der an die Synagoge erinnert, die 1938 von den Nazis niedergebrannt wurde. Ich habe Klassenfahrten nach Dachau und Theresienstadt gemacht, in der Schule alles über die Emslandlager erfahren, mit Oma und Opa über die Zeit des Nationalsozialismus’ gesprochen und sogar „Schindlers Liste“ im Leistungskurs Geschichte geschaut. Ich habe gelernt, dass die Lehre nicht weniger christlicher Kirchen, die Juden hätten den Messias ermordet, dem rassistischen Judenhass der Nazis einen fruchtbaren Boden bereitet hat; ich habe gehört, wie Himmler, Hitler, Goebbels und Heydrich schon lange vor Auschwitz Juden als Bakterien, Flöhe und Ungeziefer bezeichnet haben, die vernichtet gehören und ich habe die Schilder gesehen, auf denen zu lesen war: „Diese Stadt ist judenrein!“

Immer wieder habe ich mich gefragt, wie das möglich sein konnte. Warum hatte niemand etwas dagegen unternommen? Warum hatte niemand lautstark gegen dieses Unrecht angeschrien? Warum? Aus lauter Verzweifelung hatte ich als Schüler sogar ein Theatstück über den Holocaust an meiner Schule aufgeführt. Ihr hattet wirklich ein vorbildlichen Vergangenheitsbewältiger aus mir gemacht! Ihr habt mir gezeigt, wie man sich als guter Deutscher auseinandersetzt.

Was haben wir uns nicht immer schön mit der Vergangenheit auseinandergesetzt. Jedes Jahr ein wenig mehr. Hier saßen wir und ganz weit von uns auseinander, schön weit weg, irgendwo die dunkle böse Vergangenheit.

Irgendwann war die Vergangenheit so weit weg, dass es nicht mal mehr weh tat mit der Bewältigung. Wir warfen Kränze ab, zündeten Kerzen an, stellten Stelen auf und sangen „Donna Donna“. Irgendwie fing Vergangenheitsbewältigung an, Spaß zu machen. Vergangenheitsbewältigung wurde neben Autos und Bier zum wichtigsten Wirtschaftsgut des Exportweltmeisters Deutschland.

Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie dramatisch die Arbeitslosenzahlen in Deutschland aussehen würden, wenn es all die Arbeitsplätze in den Lern-, Gedenk- und Dokumenationsstätten, in den Holocaustforschungsinstituten und Universitäten der Antisemitismusforschung nicht geben würde. Ich erschaudere fast bei dem Gedanken, wie leer mein Blog Tapfer im Nirgendwo dann wäre! Die Stadt Berlin wäre um eines ihrer beliebtesten Sehenswürdigkeiten ärmer: dem Holocaust Mahnmal, von dem Altkanzler Gerhard Schröder einst gesagt hat, es sei ein Ort, „wo man gerne hingeht“. Der Historiker Eberhard Jäckel brachte es sogar fertig, zu sagen: „Es gibt Länder in Europa, die uns um dieses Denkmal beneiden.“

Ohne Holocaust hätte das ehemalige Waffen-SS-Mitglied Günter Grass niemals „Die Blechtrommel“ geschrieben und somit vermutlich auch nie den Nobelpreis für Literatur erhalten. In 55 Jahren von der SS zum Nobelpreis, das schafft nur Günter!

Ohne Holocaust hätte Volker Schlöndorff niemals „Die Blechtrommel“ verfilmen können und daher nie den Oscar für diesen Film erhalten. So gut wie alle Oscars für den deutschsprachigen Raum sind Resultate der Vergangenheitsbewältigung: Volker Schlöndorffs „Die Blechtrommel“, Caroline Links „Nirgendwo in Afrika“ und Christoph Waltz Oscar für die Rolle eines Nazis.

Ohne Holocaust gäbe es beim ZDF immer noch genug Sendeplatz für das Testbild.

Ohne Holocaust wären wir Vergangenheitsbewältiger nicht da, wo wir heute sind! Deutschland ist stolz auf seine Vergangenheitsbewältigung und wenn es uns mal zu viel wird mit den Berichten im Fernsehen, dann schalten wir ganz einfach um!

Ja, bei der ganzen Bewältigung der Vergangenheit haben wir ganz die Gegenwart vergessen. Über die ständige Fragerei, wie wir wohl gehandelt hätten, wenn wir damals gelebt hätten, übersehen wir ganz, dass es die Ideologie des Judenhasses auch heute noch gibt. Wir sollten lieber mal fragen: Was machen wir eigentlich heute?

Liebe Vergangenheitsbewältiger, bitte nehmt mal einen Wunsch von Eurem Schüler an: Hört einfach mal auf mit der Bewältigung. Ich gebe Euch auch eine Eins mit Sterchnen und ein Fleißkärtchen dazu, wenn Ihr Musterschüler Euch nur endlich mal setzt. Legt doch einfach mal eine kleine Vergangenheitsbewältigungspause ein. Es ist morgens halb zehn in Deutschland. Zeit für ein Knoppers! Die Vergangenheit könnt Ihr nämlich nicht mehr ändern, die Gegenwart jedoch schon.

Wenn Ihr das nächste Mal wieder in der Schule davon erzählt wollt, dass es einst „judenreine“ Städte und Dörfer in Deutschland gab, dann nutzt die Zeit lieber dazu, um von den Ländern zu berichten, die heute „judenrein“ und stolz darauf sind, tausende Juden vertrieben zu haben, wie Aden, Algerien und Libyen. Berichtet von den 850.000 Juden, die in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg aus arabischen Ländern vertrieben wurden.

Liebe Vergangenheitsbewältiger der öffentlich-rechtlichen Anstalten, wenn Ihr uns wieder einmal zeigen wollt, wie sehr die Nazis die Juden gehasst haben, dann spart Euch die Sendezeit und zeigt uns lieber mal, wie heute Juden gehasst werden. Die kommenden Aussagen sind alle in den letzten zehn Jahren in Fernsehsendungen der arabischen Welt zu hören und zu sehen gewesen:

„Juden sind fremdartige Bakterien, sie sind Mikroben ohne Beispiel auf dieser Welt. Möge Gott das schmutzige Volk der Juden vernichten, denn sie haben keine Religion und kein Gewissen! Ich verurteile jeden, der glaubt, eine normale Beziehung mit Juden sei möglich, jeden, der sich mit Juden zusammensetzt, jeden, der glaubt, Juden seien Menschen! Juden sind keine Menschen, sie sind kein Volk. Sie haben keine Religion, kein Gewissen, keine moralischen Werte!“ (Ein Minister der Hamas auf Al-Aqsa TV (Gaza), 28. Februar 2010)

„Unser Hass auf die Juden ist in unserem Glauben begründet! Der Koran sagt uns, sie zu hassen, nicht sie zu lieben.“ (Al-Nas TV (Ägypten), 8. Januar 2008)

„Überließen uns die Juden Palästina, würden wir dann beginnen, sie zu lieben? Natürlich nicht! Wir werden sie niemals lieben. Absolut nicht! (…) Dein Glaube bezüglich der Juden soll sein, erstens, dass sie Ungläubige sind und zweitens, dass sie Feinde sind! Und sie sind nicht nur Feinde, weil sie Palästina besetzt halten. Sie wären auch unsere Feinde, wenn sie niemals irgendetwas besetzt hätten!“

„Wir werden die Juden als Feinde betrachten, selbst wenn sie uns Palästina zurück geben. Weil sie Ungläubige sind!“ (Qatar TV (Katar), 9. Januar 2009)

„In aller Kürze, so sind die Juden: Als Muslim ist unser Blut voller Rachsucht gegen sie und sie kann nur mit der Vernichtung der Juden gestillt werden, so Gott will. Sie haben mehrmals versucht, unseren Propheten zu töten.“ (Al-Aqsa TV (Gaza), 28. Februar 2008)

„Der größten Feinden eines jeden Muslims nach dem Teufel sind die Juden! Wer sagt das? Gott sagt das!“ (Al-Rahma TV (Ägypten), 9. Januar 2009)

„Im Jahre 1883, wurden vor dem jüdischen Pessachfest um die 150 französische Kinder auf grausamste Weise in den Vororten Paris ermordet. Spätere Untersuchungen haben ergeben, dass die Juden diese Kinder getötet haben, um an ihr Blut zu kommen. Dieses Ereignis führte zu Unruhen im Paris der damaligen Zeit und die französische Regierung sah sich einem enormen Druck ausgesetzt. Eine ähnliche Sache ereignete sich in London, wo ebenfalls viele englische Kinder durch jüdische Rabbis ermordet wurden.“ (Dr. Hassan Hanizadeh auf Jaam-E Jam2 TV (Iran), 20. Dezember 2005)

„Es muss ein Kind sein, das die Pubertät noch nicht erreicht hat. Die Juden entführen das Kind, stecken es in ein Fass, nur zu dem Zweck, um durch Löcher, die an den Orten, wo sich die Arterien des Kindes befinden, kleine Schrauben in die Körper zu schrauben, um an das Blut zu kommen. Sie sammeln das Blut und benutzen es für ihr Pessachfest.“ (Ein politischer Kommentator des Nile Culture TV (Ägypten), 25. Februar 2007)

„Die Juden haben zum Beispiel diesen französischen Doktor Toma getötet, der Juden umsonst behandet hat, um die Lehren des Christentums zu verbreiten. Obwohl er ihr Freund war und sie von ihm profitiert haben, haben sie ihn an einem ihrer Feiertage entführt und geschlachtet, zusammen mit einer Schwester. Sie haben Matzebrot aus ihrem Blut gemacht. Sie machen das jedes Jahr. Die Welt muss davon erfahren! (Dr. Sallah Sultan, Präsident des Amerikanischen Zentrums für Islamforschung auf Al-Aqsa TV (Gaza), 31. März 2012)

„Juden sind Schweine und Affen! Gott sagt das!“ (Ein kleines Mädchen auf Iqra TV (Saudi-Arabien), 7. Mai 2002)

„Ich unterstütze Deutschland in der Politik und Brasilien im Sport. Ich mag die Art wie Brasilien Fußball spielt, aber ich mag die Deutschen, weil sie die Juden hassen und sie verbrannt haben. Hahahahaha!“ (Wiam Wahhab, ehemaliger libanesischer Minister, auf Al-Jadid/New TV (Libanon) 4. Juli 2010)

„Immer wieder hat Gott Strafen über die Juden kommen lassen. Die letzte Strafe wurde von Hitler ausgeführt. Bei allem, was er ihnen angetan hat, und die Juden übertreiben bei der Beschreibung dieser Taten, hat Hitler die Juden nur an ihren gerechten Platz gesetzt. Es war die göttliche Strafe für sie!“ (Al-Jazeera TV (Katar) 30. Januar 2009)

„Schauen wir uns mal die Bilder an, wie die jüdischen Unterdrücker von den deutschen Opfern bestraft werden. Hier seht ihr Leichen und tote Menschen und Knochen von Juden. Hier haben wir ein Krematorium, in dem die Juden verbrannt werden. Hier sehen wir Juden, wie sie sich bereit machen, verbrannt zu werden. Schaut her, hier sehen wir Juden, die am Hunger sterben und an Gas. Schaut, wie sie umzingelt werden und auf Lastwagen verfrachtet werden. Schaut euch die Erniedrigung in ihren Gesichtern an. Sei Gott gelobt dafür! Sie haben Gottes Zorn heraufbeschworen. Hier seht ihr, wie ein Jude lebendig begraben wird. Sieht das wie ein Mensch aus? Er wird in ein Loch geworfen, um lebendig begraben zu werden. Hier seht ihr einen Leichenhaufen. Ibn Mas’oud hatte recht. Schaut her, hier seht ihr Stacheldraht, damit wird hier ein Körper geschunden. Er wird noch zusammen mit fünf anderen an einem Strick aufgehängt werden. Konzentriert euch darauf! Schaut es euch an! Hier, sie binden fünf Köpfe zusammen. Das sind Leichen! Hier bohren sie ein Loch in einen Rücken mit einem Nagel. Gleich ist dieses Kind dran. Schaut euch an wie sie gedemütigt werden. Das sind Leichen. Gott sei gelobt. Die Juden sind Unterdrücker! Hier werden sie deportiert. Ibn Mas’oud hatte recht als er sagte: „Alle Unterdrücker werden einst von den Unterdrückten bestraft werden“ Das sind Leichen. Das sind tote Menschen. Das sind Schädel. Das hier sind die Leichen von Juden. Sie werden verfrachtet wie Vieh. Schaut Euch diesen Traktor an, wie er die Leichen der Juden entsorgt. Und hier sehr ihr Flüchtlinge. Sie warten darauf getötet zu werden. Ein deutscher Soldat wird gleich kommen! Schaut hin. Die Jüdin küsst seine Hand. Seht ihr die Erniedrigung, die Furcht. Seht her, wie sie die Hand des Soldaten küsst. Seht die Erniedrigung! Seht es Euch an. Das ist es, was wir alle erwarten! So Gott will, möge es bald in den Händen der Muslime liegen!“(Al-Rahma TV (Ägypten) 26. Januar 2009)

Aber nicht nur in den arabischen Ländern gibt es Judenhass, auch in Deutschland und in Europa hat sich dieser Hass in unsere Gegenwart gerettet, wie ich hier, hier, hier und hier beschrieben habe und wie es jetzt sogar in der ZEIT steht. Statt also immer wieder die Vergangenheit zu bewältigen, setzt Euch mal mit dem Judenhass von heute auseinander. Fragt nicht, was Ihr getan hättet, sondern fragt, was ihr gerade jetzt tut!

Und wo wir schon mal dabei sind: Hört auf, ständig Israel in Eure Vergangenheitsbewältigung hineinzuziehen. Israel ist nun wahrlich ein Land im Nahen Osten, das weiter weg ist von Eurer Vergangenheit als es selbst die BRD jemals war. Israel ist eine moderne, aufgeklärte, demokratische und vor allem freie Gesellschaft. Sie hat ihre Fehler, wie jede Demokratie, aber die Nazis sind ganz woanders im Nahen Osten zu Hause.

In Israel wird die Gleichberechtigung der Geschlechter staatlich gelebt, während die Nazis in jenen Ländern des Nahes Ostens zu finden sind, wo die Frauen aus der Gesellschaft verbannt und nicht selten unter Stoff verborgen werden.

In Israel herrscht Religionsfreiheit, so dass Juden, Christen, Muslime und andere Religionsangehörige in Ämtern und Gerichten, bei der Polizei und der Feuerwehr, in der Armee und dem Parlament arbeiten, während die Nazis in den Ländern des Nahen Ostens zu Hause sind, wo es nur eine Religion geben darf, den Islam, während alle anderen Religionen verboten, verfolgt oder bestenfalls „nur“ diskriminiert werden.

In Israel können Männer Schwänze lutschen und Frau Mösen lecken, während die Nazis in all jenen Ländern des Nahen Ostens zu Hause sind, wo Mann und Frau dafür hängend an einem Baukran oder bis zur Schulter im Boden eingegraben und gesteinigt enden.

In Israel sind die Presse und die Meinungen frei, so dass jede Handlung, die sich von moralisch und juristisch akzeptablen Normen entfernt, sofort kritisiert und wenn nötig sogar geahndet wird, während die Nazis in den Ländern des Nahen Ostens zu Hause sind, wo der blutige und mörderische Terror gegen Männer, Frauen und Kinder gefeiert und staatlich gefördert wird.

In Israel wird frei geforscht, eine Tatsache, die die Welt mit bahnbrechenden und lebensrettenden Erfindungen in der Medizin und Technologie beschert, während die Nazis in jenen Ländern des Nahen Ostens zu Hause sind, die die Welt höchstens mit Mördern aus ihren Terrorcamps versorgen.

In Israel leben die weltweit bekanntesten und aktivsten Förderer eines Friedens zwischen Israel und Palästina, während die Nazis in jenen Ländern des Nahen Ostens zu Hause sind, die erst dann einen Frieden akzeptieren, wenn ganz Israel vernichtet wurde.

In der israelischen Unabhängigkeitserklärung steht: „Wir bieten allen unseren Nachbarstaaten und ihren Völkern die Hand zum Frieden und guter Nachbarschaft und rufen zur Zusammenarbeit und gegenseitiger Hilfe mit dem selbständigen jüdischen Volk in seiner Heimat auf. Der Staat Israel ist bereit, seinen Beitrag bei gemeinsamen Bemühungen um den Fortschritt des gesamten Nahen Ostens zu leisten.“

Das klingt mir nicht nach Nazi, sehr wohl aber die Charta der Hamas, die mit folgendem Artikel 7 aufwartet: Der Prophet – Andacht und Frieden Allahs sei mit ihm, – erklärte: Die Zeit wird nicht anbrechen, bevor nicht die Muslime die Juden bekämpfen und sie töten; bevor sich nicht die Juden hinter Felsen und Bäumen verstecken, welche ausrufen: Oh Muslim! Da ist ein Jude, der sich hinter mir versteckt; komm und töte ihn!

Schauen wir uns mal ein paar Länder des Nahes Ostens an: In der islamischen Monarchie Bahrain herrscht die Schari’a und Homosexuelle kommen für 10 Jahre in den Knast. Im Libanon, wandern Homosexuelle für drei Jahre in den Knast. In der von Baschār al-Assad geführten islamisch-sozialistischen Diktatur Syrien herrscht die Schari’a und Homosexuelle wandern für 3 Jahre in den Knast. In der absoluten islamischen Monarchie Oman sind politische Parteien verboten und Homosexuelle wandern für 3 Jahre in den Knast. In der absoluten islamischen Monarchie Katar ist Blasphemie bei einer Haftstrafe von bis zu sieben Jahren verboten und Homosexuelle wandern für 5 Jahre in den Knast. In Saudi-Arabien gibt es einen Schleierzwang für Frauen, alle Religionen bis auf den Islam sind verboten und Homosexuelle werden hingerichtet. Im Jemen ist jede fünfte Frau zwischen 15 und 49 genital verstümmelt, 37% aller nicht volljährigen Mädchen sind zwangsverheiratet und Homosexuelle werden hingerichtet. Im Gottesstaat Iran wird noch heute gesteinigt und Homosexuelle hingerichtet.

Also, liebe Vergangenheitsbewältiger in den Medien und den Schulen, an den Universitäten und auf den Redaktionssesseln, tut einem guten Schüler den Gefallen und lasst die Vergangenheit Vergangenheit sein und schaut auf die Gegenwart, aber bitte, bitte nicht nur auf Israel, denn Ihr habt den Juden jetzt echt genug Aufmerksamkeit geschenkt. Das reicht für die nächsten tausend Jahre.

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Was für ein Tag!

Ich möchte hier nur kurz meiner Freude Ausdruck verleihen, weil ich heute einen wahnsinnig tollen Tag hatte.

Von 14 bis 16 Uhr habe ich mit Tobias Weber Auszüge aus „Deutschland. Ein Wintermärchen“ gespielt, von 20 bis 21:45 Uhr mit Janett Bobel und Thorsten-Kai Botenbender „Othello“ von William Shakespeare in einer Inszenierung von Burkhard Schmiester und von 22 bis 23:30 mit dem selben Ensemble den „Macbeth“. Nach „Macbeth“ gab es sogar stehende Ovationen! Was für ein toller Tag. Nächsten Samstag mache ich es direkt nochmal!

Ich freue mich schon auf die kommenden Aufführungen. Vielleicht kommen Sie ja auch.

Alles Liebe,
Gerd Buurmann

Bild von Antonio Ruiz Tamayo

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Ich raste aus!

Am Samstag, 28. Januar 2012 mache ich etwas vollkommen wahnsinniges: ich werde um 20 Uhr den „Macbeth“ spielen und um 22 Uhr Jago in Shakespeares „Othello“!

Metropol Theater
Eifelstr. 33
50677 Köln
Kartenreservierung (gerne auch per SMS): 0171 758 92 74

Mit anderen Worten:

20 Uhr: Macbeth und Banco kommen vom Krieg nach Hause.
20:10 Uhr: Lady Macbeth und Banco begehen Ehebruch.
20:15 Uhr: Der Than von Cawdor wird gestürzt.
20:30 Uhr: Macbeth und die Lady planen den Königsmord.
20:40 Uhr: Der König ist tot!
20:45 Uhr: Macbeth wird König.
20:50 Uhr; Pause.
21:10 Uhr: Macbeth wirft ein Fest.
21:15 Uhr: Macbeth geht zu den Hexen.
21:20 Uhr: Der Wald kommt näher.
21:25 Uhr: Ein Mann kommt, der von keiner Frau geboren ward.
21:30: Lady Macbeth stirbt.
21:33: Macbeth stirbt.
21:35 Pause
22 Uhr: Jago ist wütend, weil er nicht befördert wird.
22:15 Uhr: Jago hetzt Othello gegen Desdemona auf.
22:45 Uhr: Jago verrät seinen Freund Cassio.
22:50 Uhr: Othello schreit Desdemona an.
22:55 Uhr: Jago singt.
23 Uhr: Pause.
23:15 Uhr: Die Tragödie nimmt ihren Lauf.
23:35 Uhr: Othello ermordet Desdemona.
23:45 Uhr: Das Licht geht aus

Ich raste aus!

Für die Leserinnen und Leser von Tapfer im Nirgendwo habe ich nun ein unschlagbares Angebot: Beide Aufführungen für nur 24 Euro oder 16 Euro ermäßigt! Oder Sie schauen sich jedes Stück separat an für nur 16 Euro oder 12 Euro ermäßigt! Es lohnt sich!

Heute Macbeth, morgen Jago, übermorgen Kermit, der Frosch. Gerd Buurmann (1976 im Emsland geboren) ist einer der vielseitigsten Künstler in Köln.“ (Barbro Schuchardt, Kölnische Rundschau)

„Er verausgabt sich und fasziniert. Nicht durch Sympathie, sondern durch eine schon fast beängstigende Präsenz. Sein rundes Gesicht, die Glatze, die großen, alles durchdringenden Augen erschrecken. Lassen ihn bei seinen Auftritten aussehen wie ein Mensch am Rande des Wahnsinns.“ (Daniela Mayer, Deutschlandradio Kultur)

Ich freue mich auf Ihren Besuch.

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Felicia Langer nicht mehr

Was macht eine Frau, hoch dekoriert mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse, wenn sie sich mit dem Nahen Osten beschäftigt, gerade frisch die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen hat (2008) und Felicia Langer heißt? Sie macht ihrem Land als neue Bürgerin alle Ehre und erklärt Diktatoren, Menschenschlächter und Despoten zu Unschuldslämmern. Lange nicht mehr eine solche Verharmlosung von Unmenschlichkeiten aus einem deutschen Mund gehört wie im Fall der Langer.

In einer Rede vom 17. Januar 2012 hat sie erklärt:

„Sollte Israel die ablenkende friedensresistente Politik nicht total verwerfen, wird das Land eine Insel der Apartheid im Nahen Osten bleiben und absolut keine Zukunft besitzen.“

Ich will mich jetzt gar nicht damit aufhalten, die Behauptung von der „friedensresistenten Politik Israels“ als Lüge zu entlarven, ich habe es unter anderem hier, hier, hier und hier bereits ausgiebig getan. Kurz: Nirgendwo im ganzen Nahen Osten herrscht so viel Demokratie wie in Israel und nirgends leben Araber freier.

Mir geht es darum, auf folgende Behauptung Felicia Langers die Betonung zu legen: „Israel ist eine Insel der Apartheid im Nahen Osten.“ Eine Insel bedeutet, dass es drumherum ganz anders aussieht. Eine Insel der Apartheid bedeutet, dass es drumherum keine Trennung von Menschen gibt, denn Apartheid bedeutet die Trennung von Menschen! Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. In einem einzigen Satz, aufgesogen mit einem Hass auf Israel, stellt Felicia Langer folgende Behauptungen auf:

Es gibt keine Trennung von Menschen in der islamischen Monarchie Bahrain, wo die Schari’a herrscht und Homosexuelle für 10 Jahre in den Knast wandern können.

Es gibt keine Trennung von Menschen im Libanon, wo Homosexuelle für drei Jahre in den Knast wandern.

Es gibt keine Trennung von Menschen in der von Baschār al-Assad geführten islamisch-sozialistischen Diktatur Syrien, in der die Schari’a herrscht und Homosexuelle für 3 Jahre in den Knast wandern können.

Es gibt keine Trennung von Menschen in der absoluten islamischen Monarchie Oman, in der politische Parteien verboten sind und Homosexuelle für 3 Jahre in den Knast wandern können.

Es gibt keine Trennung von Menschen in der absoluten islamischen Monarchie Katar, in der Blasphemie bei einer Haftstrafe von bis zu sieben Jahren verboten ist und Homosexuelle für 5 Jahre in den Knast wandern können.

Es gibt keine Trennung von Menschen in Saudi-Arabien, wo es einen Schleierzwang für Frauen gibt, alle Religionen bis auf den Islam verboten sind und Homosexuelle hingerichtet werden.

Es gibt keine Trennung von Menschen in Jemen, wo jede fünfte Frau zwischen 15 und 49 genital verstümmelt ist, 37% aller nichtvolljährigen Mädchen zwangsverheiratet sind und Homosexuelle hingerichtet werden.

Es gibt keine Trennung von Menschen in dem Gottesstaat Iran, das steinigen lässt und Homosexuelle hinrichtet.

Felicia Langer ist wie eine Frau, die 1942 in Opposition zu der Politik des Commonwealths eine Rede vor Nazis hält und dabei sagt: „Sollte Großbritannien die ablenkende friedensresistente Politik nicht total verwerfen, wird das Land eine Insel der Apartheid in Europa bleiben und absolut keine Zukunft besitzen.“

Aus Felicia Langers vielleicht einmal ehrenwerten Opposition zu einer israelischen Politik ist mittlerweile ein abstoßender Hass auf die pure Existenz von Israel geworden. Der Hass verleitet sie nicht nur dazu, mit den Feinden Israels zusammenzuarbeiten, sondern läßt sie in Anwesenheit von Diktatoren, Menschenschlächtern und Despoten unmenschliche Taten verharmlosen. Aus ihrem Hass auf Israel setzt sie sich mit anderen Israelhassern zusammen, ganz so wie ein Kritiker Frankreichs, der sich 1940 einen Orden von Goebbels umhängen ließ.

Zu allem Überfluss ist diese Frau auch noch ausgezeichnet mit der höchsten Ehrung, die Deutschland zu vergeben hat. Jedes Land sucht sich halt die Heldinnen, die es braucht.

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Unbedeutende Meinung eines Befangenen

Ein entscheidender Vorteil eines gut funktionierenden Rechtssystems ist die Tatsache, dass es bei einer staatlichen Urteilsfindung keine Befangenheit geben darf. Mein Vater (sel. A.) war Seemann, mein Onkel ist Seemann, ich komm aus einer Schifferstadt, wenn es also jemanden gibt, dessen Meinung zu dem Kapitän der Costa Concordia alles andere als objektiv ist, dann mich.

So wie es aussieht, wird sich Francesco Schettino wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht verantworten müssen, weil er das sinkende Schiff vorzeitig verlassen hat. Vor der Richterin soll er nun behauptet haben, dass er bei dem Versuch, die Passagiere zu retten, in eben jenes Rettungsboot gefallen sei, das er zu Wasser lassen wollte. „Ich wollte nicht abhauen, sondern habe Passagieren geholfen, ein Rettungsboot ins Wasser zu lassen.“ Er sei gestolpert und lag plötzlich zusammen mit den Passagieren im Rettungsboot. Daraufhin habe er nicht mehr auf das Schiff zurückkehren können, weil sich dieses schon zu sehr in Schräglage befunden habe. So ein Pech aber auch.

Als der Kapitän an Land war, entspann sich folgendes Funkgespräch zwischen ihm und dem Hafenkommandanten:

Hafenkommandant: „Kapitän? Hören Sie, Kapitän. Es stecken Menschen an Bord fest. Jetzt begeben Sie sich mit Ihrem Rettungsboot auf die rechte Unterseite des Schiffsbugs. Da ist eine Leiter und Sie besteigen das Schiff. Sie gehen an Bord und Sie sagen uns, wie viele Leute da sind. Ist das klar? Ich zeichne dieses Gespräch auf, Kommandant Kapitän.“

Kapitän: „Kommandant, ich möchte Ihnen etwas sagen …“

Hafenkommandant: „Sprechen Sie laut. Halten Sie die Hand vor das Mikro und sprechen Sie lauter, alles klar?“

Kapitän: „Das Schiff hat sich gerade zur Seite gesenkt …“

Hafenkommandant: „Verstanden. Hören Sie: Leute sind dabei, die Leiter am Bug hinabzusteigen. Sie müssen diese Leiter in die umgekehrte Richtung hoch, das Schiff besteigen und mir sagen, wie viele Menschen da sind und was an Bord los ist. Ist das klar? Sie müssen mir sagen, wie viele Kinder, Frauen und hilfsbedürftige Menschen da sind. Und sie sagen mir, wie viele Menschen aus diesen Kategorien da sind. Ist das klar? Hören Sie, Kapitän, Sie haben vielleicht geschafft, sich aus dem Meer zu retten, aber das da, das wird wirklich schlecht ausgehen …. Ich werde Ihnen verdammt viele Scherereien machen. Gehen Sie an Bord, verflucht nochmal!“

Kapitän: „Kommandant, ich bitte Sie.“

Hafenkommandant: „Nein, ich bitte Sie. Sie gehen jetzt dorthin, Sie gehen an Bord. Sie sagen mir zu, dass Sie dabei sind, an Bord zu gehen.“

Kapitän: „Ich bin bereits dabei, dorthin zu gehen, ich bin da, ich gehe nirgendwo hin, ich bin da …“

Hafenkommandant: „Was machen Sie gerade, Kommandant?“

Kapitän: „Ich bin da, um die Hilfe zu koordinieren.“

Hafenkommandant: „Wer koordiniert dort? Jetzt gehen Sie wieder an Bord, um die Hilfe an Bord zu koordinieren. Weigern Sie sich?“

Kapitän: „Nein, nein, ich weigere mich nicht.“

Hafenkommandant: „Sie weigern sich, wieder an Bord zu gehen? Sagen Sie mir, aus welchem Grund Sie nicht dorthin gehen?“

Kapitän: „Ich bin nicht dabei, dorthin zu gehen, weil das andere Rettungsboot dort festgemacht hat.“

Hafenkommandant:Sie gehen an Bord, das ist ein Befehl. Sie dürfen an nichts Anderes mehr denken. Sie haben die Evakuierung des Schiffs angeordnet. Jetzt habe ich hier das Kommando. Sie gehen zurück an Bord! Ist das klar? Haben Sie mich verstanden? Gehen Sie dorthin und rufen Sie mich sofort vom Schiff aus an. Meine Hilfe aus der Luft ist bereits da.“

Kapitän: „Wo ist Ihre Hilfe?“

Hafenkommandant: „Sie ist am Bug. Gehen Sie. Es gibt schon Leichen, Kapitän.“

Kapitän: „Wie viele?“

Hafenkommandant: „Ich weiß nicht. Aber das ist sicher, ich hab’s gehört. Es ist Ihr Job, mir zu sagen, wie viele es sind, in Gottes Namen!“

Kapitän: „Aber Sie wissen, dass es Nacht ist und man hier nichts sieht?“

Hafenkommandant: „Was wollen Sie machen, Kapitän, nach Hause gehen? Es ist Nacht, also wollen Sie nach Hause gehen? Gehen Sie die Leiter am Bug hoch und sagen Sie mir, was man tun kann, wie viele Leute da sind, was Sie brauchen. Sofort!“

Zurück an Bord ist der Kapitän dann doch nicht gegangen. Er ist nicht mal in der Nähe des Schiffes geblieben. Es war ja Nacht. Er ist gegangen. Was für ein Kapitän!

Ich bin wirklich froh, dass ich nicht zu entscheiden habe, wie man mit so einem Kapitän verfährt, denn meine Strafe wäre mehr als klar. Ich würde Francesco Schettino dazu verdonnern, das Gedicht „John Maynard“ von Theodor Fontane eine Millionen Mal in Schönschrift abzuschreiben. Vielleicht versteht er dann, was er falsch gemacht hat.

Hier nun das Gedicht von Theodor Fontane:

John Maynard

John Maynard!
„Wer ist John Maynard?“
„John Maynard war unser Steuermann,
aushielt er, bis er das Ufer gewann,
er hat uns gerettet, er trägt die Kron’,
er starb für uns, unsre Liebe sein Lohn.
John Maynard.“

Die „Schwalbe“ fliegt über den Erie-See,
Gischt schäumt um den Bug wie Flocken von Schnee;
von Detroit fliegt sie nach Buffalo -
die Herzen aber sind frei und froh,
und die Passagiere mit Kindern und Fraun
im Dämmerlicht schon das Ufer schaun,
und plaudernd an John Maynard heran
tritt alles: „Wie weit noch, Steuermann?“
Der schaut nach vorn und schaut in die Rund:
„Noch dreißig Minuten … Halbe Stund.“

Alle Herzen sind froh, alle Herzen sind frei -
da klingt’s aus dem Schiffsraum her wie Schrei,
„Feuer!“ war es, was da klang,
ein Qualm aus Kajüt und Luke drang,
ein Qualm, dann Flammen lichterloh,
und noch zwanzig Minuten bis Buffalo.

Und die Passagiere, bunt gemengt,
am Bugspriet stehn sie zusammengedrängt,
am Bugspriet vorn ist noch Luft und Licht,
am Steuer aber lagert sich´s dicht,
und ein Jammern wird laut: „Wo sind wir? wo?“
Und noch fünfzehn Minuten bis Buffalo. -

Der Zugwind wächst, doch die Qualmwolke steht,
der Kapitän nach dem Steuer späht,
er sieht nicht mehr seinen Steuermann,
aber durchs Sprachrohr fragt er an:
„Noch da, John Maynard?“
„Ja,Herr. Ich bin.“

„Auf den Strand! In die Brandung!“
„Ich halte drauf hin.“
Und das Schiffsvolk jubelt: „Halt aus! Hallo!“
Und noch zehn Minuten bis Buffalo. – -

„Noch da, John Maynard?“ Und Antwort schallt’s
mit ersterbender Stimme: „Ja, Herr, ich halt’s!“
Und in die Brandung, was Klippe, was Stein,
jagt er die „Schwalbe“ mitten hinein.
Soll Rettung kommen, so kommt sie nur so.
Rettung: der Strand von Buffalo!

Das Schiff geborsten. Das Feuer verschwelt.
Gerettet alle. Nur einer fehlt!

Alle Glocken gehn; ihre Töne schwell’n
himmelan aus Kirchen und Kapell’n,
ein Klingen und Läuten, sonst schweigt die Stadt,
ein Dienst nur, den sie heute hat:
Zehntausend folgen oder mehr,
und kein Aug’ im Zuge, das tränenleer.

Sie lassen den Sarg in Blumen hinab,
mit Blumen schließen sie das Grab,
und mit goldner Schrift in den Marmorstein
schreibt die Stadt ihren Dankspruch ein:

„Hier ruht John Maynard! In Qualm und Brand
hielt er das Steuer fest in der Hand,
er hat uns gerettet, er trägt die Kron,
er starb für uns, unsre Liebe sein Lohn.
John Maynard.“

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Ein Missverständnis?

Nachdem der tschechische Künstler Martin Zet eine Menge Kritik einstecken musste für seine Aktion, das Buch „Deutschland schafft sich ab“ von Thilo Sarrazin an unterschiedlichsten Stellen zu sammeln, um sie dann bei der Berlin Biennale zu „recyceln“, was bei einigen eine Assoziation mit der Bücherverbrennung der Nazis geweckt hat, erklärt er nun, es sei ihm niemals um eine Verbrennung der Bücher gegangen:

„Das war ein komplettes Missverständnis. (…) Ihre Verwendung für eine Installation ist schon das Recycling. Ich möchte vor allem, dass Leute, die dieses Buch loswerden wollen, es aktiv abgeben.“ 

Stimmt, Herr Zet-Promi, die reine Vernichtung von Büchern eines bestimmten Autors, also die bewußte Aussonderung des Werkes einer bestimmten Person, ist natürlich etwas ganz was anderes als Verbrennen. Bei Aussonderung, Selektion und Vernichtung denkt natürlich niemand an die Nazis. Ist ja völlig abwegig.

Obwohl, Herr Zet-Promi nennt die ganze Aktion nicht Aussonderung, Selektion und Vernichtung eines Buches eines bestimmten Autors sondern: Recycling. Schade, dass das Unwort des Jahres heute schon an „Döner-Morde“ gegangen ist, denn „Recycling“ wäre in diesem Zusammenhang eine echte Alternative gewesen.

Wie dem auch sei. Herr Zet-Promi kann mit Büchern machen, was er machen will, er kann sie sammeln, verbrennen, vernichten und recyceln. Meinen Segen hat er!

Verbrennt ruhig unsere Bücher – aber kauft sie!

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Wer kommt denn alles?

Heute Macbeth, morgen Jago, übermorgen Kermit, der Frosch. Gerd Buurmann (1976 im Emsland geboren) ist einer der vielseitigsten Künstler in Köln.“ (Barbro Schuchardt, Kölnische Rundschau)

„Er verausgabt sich und fasziniert. Nicht durch Sympathie, sondern durch eine schon fast beängstigende Präsenz. Sein rundes Gesicht, die Glatze, die großen, alles durchdringenden Augen erschrecken. Lassen ihn bei seinen Auftritten aussehen wie ein Mensch am Rande des Wahnsinns.“ (Daniela Mayer, Deutschlandradio Kultur)

Jetzt ist es wieder soweit. In den nächsten Tagen werde ich Jago in „Othello“ und die Titelrolle in „Macbeth“ spielen. Ich würde mich sehr freuen, viele im Publikum begrüßen zu dürfen und wenn es die Zeit und Lust erlaubt auch gerne auch hinterher an der Theke.

Metropol Theater
Eifelstr. 33
50677 Köln
Kartenreservierung: 0221 – 32 17 92

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Die Termine für „Macbeth“:

18. und 28. Januar 2012, sowie 11. Februar 2012 um 20 Uhr;
21. Januar 2012 und 4. Februar 2012 um 22 Uhr;
29. Januar 2012 um 18 Uhr.

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Die Termine für „Othello“:

19. / 20. / 21. / 26. / 27. Januar 2012 und 2. / 3. / 4. / 8. / 9. / 10. Februar 2012 um 20 Uhr;
22. Januar und 5. Februar 2012 um 18 Uhr;
28. Januar und 11. Februar 2012 um 22 Uhr

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Alle Bilder von Antonio Ruiz Tamayo

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Freiheit für den Juchtenkäfer!

Skandal im ARTheater!

Am 16. Januar 2012 macht Gerd Buurmann in der Show „Kunst gegen Bares“ einen Witz über die Gegner von Stuttgart 21 und sieht sich in der Folge mit dem Zorn ausgelassener Wutbürger konfrontiert.

Klicken Sie hier für den Livemitschnitt.

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