Was in New York mit Occupy Wall Street begann, erobert seit einigen Tagen die Straßen der Welt. Am Samstag, 15. Oktober 2011 gaben auch die Jecken vom Rhein der Bewegung ein rheinisches Gesicht.
Am Chlodwigplatz standen junge Menschen am Straßenrand des Kreisverkehrs und hielten Schilder hoch mit der Aufschrift: “Hupt für die Revolution!” Immer wenn ein Wagen vorbei fuhr und hupte, schalte ein begeisterter Applaus über den Chlodwigplatz. Ja, an einem Wochenende im Oktober standen die Kinder der Revolution mit Befehlen verfasst auf Pappplakaten am Straßenrand der Wohlstandsgesellschaft und freuten sich jedesmal, wenn ein Mensch in der Freiheit seines Personenkraftwagens der tumben Aufforderung nachkam und befehlsergeben auf seine Hupe drückte. Wenn die Revolution etwas braucht, dann Menschen, die nicht lange nachdenken, sondern jeden noch zu dämlichen Befehl freudig ausführen und natürlich Menschen, die diese nutzlosen Ausführungen dann auch noch frenetisch feiern.
Zur gleichen Zeit demonstrierten auf dem Offenbachplatz junge Menschen gegen das System, indem sie sich auszogen und ihre Klamotten in langen Reihen über den Platz verteilten. Wie an jedem Tag, so waren auch an diesem Nachmittag fast ausschließlich Obdachlose auf dem Platz versammelt. Außer ihnen und mir gab es sonst keine weiteren Zuschauer zu diesem Spektakel. Nicht einmal Presse war anwesend. Es war wirklich ein trauriges Schauspiel.
Wohlgenährte Kinder der Überflussgesellschaft demonstrierten auf dem Offenbachplatz gegen soziale Ungleichheit, indem sie sich vor Obdachlosen aus- und wieder anzogen. Sie machten sich nicht nackig, um ihre Kleidung mit den Ärmsten der Armen zu teilen, sondern nur aus Spaß an der Aktion. Nach ein paar Minuten zogen sich die Empörten wieder an und in die Wärme ihrer IKEA Wohnungen zurück.
Man muss es den Anhängern der kölschen Revolution 2.0 schon lassen, sie haben wirklich verstanden, worauf es heute ankommt. Wer heutzutage noch einen Aufstand gewinnen will, muss wenigstens Autos zum Hupen bringen und sich vor Obdachlosen ausziehen. Nur so können die Banken und die Börse in ihren Grundfesten erschüttert werden.
Sollte es dann dennoch nichts werden mit der Beendigung der sozialen Ungleichheit, so hatte man doch wenigstens seine 15 Minuten gutes Gewissen nackt unter Pennern.
Occupy Alaaf!

bitter
Die Hupaktion war ernst gemeint? Mir klingt das eigentlich nach einer Aktion, wo sich Menschen über die Empörung der Satten lustig gemacht haben und genau das zeigen und demonstrieren wollten, was Sie beschreiben, nämlich “… Menschen, die nicht lange nachdenken, sondern jeden noch zu dämlichen Befehl… “
Ich habe mich an den Anti-Banken-Protesten gestern dadurch beteiligt, daß ich kein Geld auf meinem Bankkonto hatte.
Mein Protest dauert an.
Lach. Herrlich Andreas
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Vorgestern wurde in Rom randaliert. Ich habs auf einem der youtube-Videos gesehen, das gewissenhafte Revolutionäre mit ihren iPhones aufgenommen haben.
Wer weiß, zu welch revolutionären Taten die Kölner noch imstande gewesen wären, wenn es denn mehr als ein paar Dutzend gewesen wären… und: sollen wir uns jetzt darüber freuen oder enttäuscht darüber sein, daß es nicht mehr waren?
Hm…
http://feydbraybrook.wordpress.com/2011/10/16/occupy-borsen-banken-bier/
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witzig ha ha
Also ich dachte, als ich den Offenbachabsatz in der Achse las, dass die Leute ihre Klamotten den Pennern geschenkt haben. Aber das, was ich hier lese, ist wirklich ganz ganz bitter.
diese sogenannte protestbewegung ist im kern unpolitisch und kann außer undurchdachter
empörung nicht viel bieten.mit solchen spinnern ist kein staat zu machen.
gestern abend im spiegel tv haben die revoluzzer nur 1-2 min screentime bekommen, gezeigt wurde eine ältere dame, die einen kämpfer der linkspartei bat, doch seine “DIE LINKE” flagge einzuholen, da man nicht für parteien werbung machen will. der mann war selbstredend empört, für ihn ist flagge zeigen wichtiger als das eigentliche thema der demonstration. damit war dann auch der beitrag zu ende, hätt ich spiegel gar nicht zugetraut, einen fahnenschwenkenden linken so blosszustellen! ich werfe einfach mal meine meinung in den raum, 90+% geht es nicht um die banken oder deren (teilweise zurecht kritisierten) gebaren, sondern nur um ihren plumpen kampf gegen den klassenfeind. s21 lässt grüssen.
Hi,
ich hab die “Empöristen” auch eher als Realsatire-Veranstaltung erlebt, schreib aber noch an meinem Post;-)
Ah wah, denen geht’s ums Bauchgefühl und um Party. In den Neunzigern hieß das ‘Spaßgesellschaft’. Jetzt heißt es Realität.
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die ersten schmuddel camps sind nun auch in deutschland errichtet worden, arbeitlose linke, linkslinke und bessermenschen haben wohl nichts, ausser im freien auf öffentlichen plätzen zu zelten, zu tun. mir wird immer klarer für wen, vor allem die linkspartei, das bedingungslose grundeinkommen einführen will, ihre kämpfer und sturmtruppen müssen bezahlt werden.
sehr guter artikel zu occupy in ny http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/im_zentrum_der_weltrevolution/
noch einen nachtrag, die wohlstandskinder der mittel und oberschicht, die aus langeweile da mitmachen, lass ich mal (links) aussen vor, denn die wollen eh nur party machen und sich am wohlgefühl, was “gutes” zu tun, laben.
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Nackt ist gut. Aber warum sich ausziehen. Warum nicht die Boersianer ausziehen und nackt den gefrorenen Rhein hinunterjagen? Warum nicht…………………………
Also ein Kommunist, bin ich nicht. Bestimmt nicht. Warum sollte man einen Dieb nicht bestrafen?
Man muss ihm ja nixcht gleich die Hand abhacken……….